Roma-Schule mit Tiroler Hilfe
2011.06.02.
Categorized: Uncategorized
Sie haben nichts, leben in Armut und Hoffnungslosigkeit. Ein Schulprojekt soll den Roma in Ungarn Perspektiven geben. Tiroler Schüler helfen mit.
Von Maria Reisigl
Innsbruck – Weit entfernt vom eigentlichen Dorf liegt die Roma-Siedlung im nordungarischen Miskolc. Die Menschen hausen in Baracken in ärmsten Verhältnissen. Sie leben von der nahen Mülldeponie, die meisten von ihnen können weder lesen noch schreiben. Bildung war für sie bis vor wenigen Jahren ein Fremdwort, ein Schulbesuch undenkbar.
Doch seit einiger Zeit gibt es in Miskolc eine spezielle Schule für Roma. „Wir wollen damit den Menschen mehr Möglichkeiten geben, ihr Bildungsniveau anzuheben, damit auch sie eine Chance haben“, erklärt der Leiter des Projektes, Tibor Derdak, bei einem Besuch in Tirol.
Während in Ungarn bereits 70 Prozent der Bevölkerung einen Schulabschluss mit Maturaniveau haben, waren es bei den Roma bisher nur sieben Prozent. Viele Roma in Miskolc haben bereits erkannt, dass Bildung ihr einziger Weg aus dem Elend ist. Die Schule ist deshalb gut besucht und einige Schüler konnten schon ihren Abschluss machen. „Wir stehen noch am Anfang, aber das Projekt trägt Früchte“, sagt Derdak. Die meisten Schüler lernen ehrgeizig, peilen nicht nur die Matura an, sondern wollen später auf die Universität.
Derdak plant als nächsten Schritt des Projektes, ein neues Schulgebäude und eine Badeanstalt zu errichten. Denn in der Roma-Siedlung gibt es kein fließendes Wasser. Nur da und dort einen Ziehbrunnen. Verhältnisse, die man sich in Tirol kaum vorstellen kann.
Deshalb haben sich Schüler des Innsbrucker Adolf-Pichler-Gymnasiums im Rahmen einer Projektarbeit mit der Roma-Problematik auseinandergesetzt. Für das Projekt in Ungarn haben sie im Rahmen ihrer Fastenaktion Geld gesammelt. Fast 3000 Euro konnten die Schüler bei einem Flohmarkt und diversen Kuchenverkaufsaktionen zusammenbringen. Dieses Geld soll nun Derdak und seinem Bildungsprojekt zugutekommen. „Wir planen auch eine schulische Zusammenarbeit“, sagt der Projektleiter am Innsbrucker Gymnasium, Hugo Klingler. Ein Schüleraustausch soll ins Leben gerufen werden. Denn beide Seiten können viel voneinander lernen, sind sich Derdak und Klingler einig.
Source: http://www.tt.com/csp/cms/sites/tt/Tirol/2819948-2/roma-schule-mit-tiroler-hilfe.csp








Most Active Commentors